Interview für ein Referat

Ich freu mich natürlich über jeden, der ein Referat über den Broadway-Joe macht.

Toll, dass euch mein Blödsinn so gut gefällt, dass ihr auch euren Mitschülern und eurem Lehrer meine Musik näher bringt. Weil es aber meist die gleichen Fragen sind, die ich beantworten soll, habe ich hier mal die am häufigsten gestellten Fragen aufgeschrieben.

Sollte euch das noch nicht reichen, dann "mehlt" mir einfach. Vielleicht habt ihr ja Fragen, die mir gar nicht eingefallen sind. Die baue ich dann auf diese Seite mit ein. Fotos könnt ihr euch unter Presse runterladen.

Ich habe es mal wie ein Frage- und Antwortbogen erstellt.

Schüler:
Wie heißt du mit bürgerlichem Namen?
Joe:
Josef Haberstock

Schüler:
Wie alt bist du?
Joe:
Geboren bin ich 1961 (so jetzt rechne mal!)

Schüler:
Wo bist du geboren?
Joe:
In Hindelang - hoppala, heute heißt es ja Bad Hindelang!

Schüler:
Wo wohnst du jetzt?
Joe:
In Mittelberg, aber nicht in Mittelberg im Kleinwalsertal, sondern in Mittelberg bei Oy. Da wohnen wir in einem renovierten Bauernhaus. Meine Familie, 3 Meerschweinchen und ca. 20 Mäuse auf dem Dachboden. Es ist wunderschön da. Weil wir über 1000 m sind, haben wir ziemlich viel Schnee. Im Winter gehe ich nur über die Straße und bin schon auf der Loipe. Unsere Kinder haben es nicht weit zum Dorflift und treffen sich nach der Schule mit den Schulkameraden zum Schifahren. Im Sommer brauche ich nur auf die Gerhalde oberhalb von unserem Haus zu gehen und habe einen traumhaften Blick zum Rottachsee und in die Füssener und Lechtaler Berge. Vom Büro seh ich bei schönem Wetter die schönsten Sonnenaufgänge über dem Säuling (Füssen) und der Zugspitze und wenn die Sonne untergeht, seh ich sogar das Schloss Neuschwanstein. In Winter können wir Schlittschuhlaufen auf dem Schwarzenberger Weiher und im Sommer sind es 10 min zum Rottachsee. Die Wanderwege und Feldwege zum Mountainbiken um Mittelberg herum sind super. Ein toller Platz zum Wohnen, wenn man gern in der Natur ist. Ich brauche etwa eine knappe Stunde zur Zugspitze, 1 Stunde an die nördliche Grenze des Allgäus und 1 Stunde nach Lindau. Für meine Auftritte wohne ich also sehr zentral und komme überall schnell hin.

Schüler:
Was ist dein Leibgericht?
Joe:
Ich hab eigentlich kein Leibgericht. Ich esse sehr gern Mehlspeisen und süße Sachen. Dampfnudeln oder Kaiserschmarren aber auch Nudeln und Pizza. Und Bergkäse! Als Nachtisch eine Schwarzwälder Kirschtorte oder ein Eis, mmmhhhh!!!! Einfache Gerichte. Mit so Sachen wie Kaviar, Shrimp oder Sushi kann in nix anfangen.

Schüler:
Was ist dein Lieblingsgetränk?
Joe:
Milkshakes!
Alle Sorten außer Erdbeer! Abends eine Halbe Bier. Aber nur Allgäuer Bier, weil ich finde, dass wir viel bessere Biersorten haben als die Münchner oder irgend eine Norddeutsche Blechbüchsen-Brauerei. Es gibt den Braustadel in Rammingen bei Bad Wörishofen. Der hat eine Hausbrauerei und braut für mich das beste Bier im Allgäu. Da freu ich mich immer, wenn ich da eine Kabarettveranstaltung hab und übernachten kann. Dann kann ich bei meinen Auftritten das gute Bier trinken. Sonst muss ich ja immer Autofahren - da geht nix mit Alkohol.

Schüler:
Welches Gericht magst du gar nicht?
Joe:
Was ich gar nicht mag ist Spargel, Spinat und Innereien (wüürrrrggg!) Wenn meine Mutter früher sauere Leber gekocht hat, musste ich aus der Küche, sonst hätte ich mich übergeben. Also - wenn mich jemand bei seiner Feier nicht dabei haben will, dann braucht er nur ein Voressen machen oder einen Aufbruch.

Schüler:
Welches Getränk magst du gar nicht?
Joe:
Sekt!

Schüler:
Welche Sportarten magst du am Liebsten?
Joe:
Schifahren kommt an erster Stelle, aber auch Skaten (Langlauf). Im Sommer Mountainbiken. Ab und zu Inline-Skaten.

Schüler:
Was machst du sonst in deiner Freizeit?
Joe:
Ich unternehme viel mit der Familie und den Kindern. Unsere Steffi spielt mit ihren Schulkameraden auf unserem Dorffußballplatz ein oder zwei Mal die Woche Fußball, da geh ich immer mit. Das macht unheimlich Spaß! Wir gehen zusammen zum Schifahren, Fahrradfahren oder Inlineskaten. Unser kleiner Tommi ist ein Mächler. Der will immer was Basteln. Wir basteln einen Gabelstapler oder eine Kreissäge für seinen Trettraktor, sägen und schrauben viel. Gerade haben wir wieder zusammen ein Cajon gebaut, das ist so ein Holzkasten, da kann man draufsitzen und trommeln. Mit Steffi und ihren Freundinnen habe ich zwei Kinder-CDs gemacht. Wenn die Mädchen immer da waren und wir haben geprobt oder Aufnahmen gemacht, da ging es zu wie in einem Tollhaus - hat unheimlich Spaß gemacht.

Schüler:
Warst du ein guter Schüler?
Joe:
Ich war nicht der Klassenprimus - bin halt so mitgeschwommen - hatte einen 2er Schnitt.

Schüler:
Was waren deine Lieblingsfächer?
Joe:
Englisch, Deutsch und Sport

Schüler:
Welche Fächer hast du gehasst?
Joe:
Mathe, Chemie und komischerweise auch Musik! Zuviel Theorie im Fach Musik!

Schüler:
Was war dein schönstes Erlebnis in der Schule?
Joe:
Das Schilager in der 8. Klasse der Realschule und die Schulmeisterschaft beim Schifahren in der Fachoberschule. Um 1 Zehntelsekunde hat mich ein Mitschüler geschlagen, sonst wäre ich Schulmeister geworden.
SCHADE!

Schüler:
Was waren deine am wenigsten ruhmreichen Momente in der Schule?
Joe:
Ha, ha! Muss ich das jetzt sagen? In der 5. Klasse Gymnasium mussten wir, jeder einzeln, dem Musiklehrer vorsingen. Es ging alphabethisch nach den Nachnamen, deshalb kam ich so in der Mitte dran. Meine Mitschüler, die vor mir dran waren, haben einen ganz schönen Mist zusammen gesungen. Kurz vor mir war noch mein Cousin dran, der ein Lied mehr krächzte als sang (dafür war er ein begnadeter Schifahrer). Denen zeig ich´s, dachte ich mir und stand auf und sang einen perfekten Jodler. Meine Mitschüler staunten und der Musiklehrer nickte zufrieden. Das Resultat von dem Vorsingen war, dass ich als Einziger meiner Klasse jeden Mittwoch eine Stunde länger Schule hatte, weil ich im SCHULCHOR singen musste. Es war Pflicht - austreten ging nicht. Jeden Mittwoch lachte mich mein Cousin aus und meinte: Hättest du auch so einen Dreck zusammen gesungen wie ich, dann könntest du jetzt auch heim gehen. Noch eine heikle Sache war meine 6 in Mathe bei der Abschlussprüfung zum Abitur.

Schüler:
Welche Hobbys hast du außer Sport?
Joe:
Musik natürlich - bei schönem Wetter sitzt ich ganz gern vor das Haus und übe klassische Gitarre (z.B. Für Elise oder die Spanische Romanze). Oder ich versuche auf dem Klavier so Sachen wie "Der rosarote Panther" oder "Der Entertainer" zu spielen. Die Betonung liegt aber eher auf üBEN als auf SPIELEN.
Ich lese sehr gern (Krimis - Kluftinger, Walander, Michael Crichton, John Grisham, Dan Brown, Ken Follett, usw.), aber auch Jugendliteratur - Astrid Lindgren, Erich Kästner, Enid Blyton und Otfried Preußler. Am meisten liebe ich aber lustige Bücher von Karl Valentin, Loriot, Gerhard Polt, Heinz Erhard und wie sie alle heißen.
Vorlesen macht mir auch unheimlich Spaß. Ich hab den Kindern von Räuber Hotzenplotz über Kalle Blomquist bis zu den Abenteuern der Fünf Freunde die gesamte Kinder- und Jugendliteratur vorgelesen.
Reisen tu ich gern und schau mir gern fremde Länder an. Aber mehr als die Sehenswürdigkeiten und das Land interessieren mich die Leute.
Es macht mir auch Freude mal was Handwerkliches zu arbeiten (einen Boden verlegen, am Auto rumschrauben oder was mit unseren Kindern werkeln). Aber nur für mich selber, nicht für jemand anders, weil ich bin ein PFRöPFLER.
Ich geh gern auf Konzerte und schau mir gern Sportveranstaltungen an (leider komm ich viel zu selten dazu, weil ich an den Wochenenden immer selber auftreten muss).
Ihr werdet lachen, aber ich geh sehr gern in Freizeitparks. Es freut mich einfach wenn ich so viele glückliche Kinderaugen sehe. Außerdem kann ich da kindisch sein - manchmal mehr als die Kinder.

Schüler:
Gibt es etwas, dass du gern können möchtest, dass du aber irgendwie nie gelernt hast?
Joe:
Ja - Gleitschirmfliegen und Malen! Ich hatte schlimme Stürze beim Schifahren, weil ich wie ein Irrer gefahren bin und über Felsen und Schanzen gesprungen bin. Knochenbrüche, Gehirnerschütterung und andere überraschungen für den Doktor. Ich habe mir gedacht, beim Schifahren hast du immer noch Boden unter den Füßen. Wenn du beim Gleitschirmfliegen solchen Mist baust wie beim Schifahren, dann wird das schlimmer ausgehen. Drum hab ich es bleiben lassen.
Ich habe auch nie Zeichnen oder Malen gelernt! Hab´s probiert, aber dazu hab ich kein Talent. Ich wäre gern auf eine musische Fachoberschule gegangen, aber meine Eltern wären ausgerastet, wenn sie für mich in Augsburg noch ein Zimmer hätten zahlen müssen.
Was ich auch gern mehr gelernt hätte - Sprachen! Etwas weniger Stoff über chemische Elemente oder Integralrechnung und dafür etwas.

Schüler:
Gibt es Dinge, die du gar nicht magst?
Joe:
Ja - Büroarbeit, das macht bestimmt 50 Stunden die Woche aus. Das ist lästige Arbeit, die getan werden muss, weil sonst die Säle nicht voll werden. Aber das ist kostbare Zeit, die ich für kreativere Arbeiten verwenden könnte. Auf der anderen Seite stoße ich so auch auf neue Ideen. Würde ich nur im Kämmerlein sitzen und texten und komponieren, dann sehe ich ja gar nicht mehr die Probleme, mit denen sich meine Mitmenschen rumärgern. Durch die Büroarbeit und das viele Telefonieren habe ich die gleichen Probleme, den andere Leute auch haben und über so was mache ich auch Lieder und Sketche.

Schüler:
Wann hast du mit Musikmachen angefangen?
Joe:
Mit 7 Jahren hab ich das Akkordeonspielen angefangen. Ich war aber der faulste Schüler, den man sich nur vorstellen kann. Meine Eltern haben gesagt, dass ich jeden Tag 15 min üben muss. Ich hab die Eieruhr auf 15 min gestellt. Bei den 15 min war das Ein- und Auspacken des Akkordeons mit dabei. Ihr glaubt gar nicht, wie langsam man ein Akkordeon aus- und einpacken kann. Einmal kam der Rektor der Schule in unsere Musikstunde. Alle Schüler hatten ein nagelneues Akkordeon, außer mir. Weil er wusste, dass die Schüler die Akkordeons alle zur gleichen Zeit gekauft hatten, fragte er mich, warum mein Akkordeon so verbeult sei. Ich sagte ihm, dass ich jedes Mal, wenn ich falsch spiele, dem Akkordeon eine rein schlage. Der Rektor (auch ein guter Musiker) regte sich unheimlich auf. Da könne doch das arme Akkordeon nichts dafür, wenn ich falsch spiele. Nach drei Jahren hab ich wieder aufgehört Erst als wir eine Woche auf dem Schilager waren, bin ich dann auf den Geschmack gekommen. Mein Schulfreund, der Michl, hat die ganze Woche jeden Abend mit dem Akkordeon eine Mordsgaudi gemacht. Das wollte ich auch können, die Leute so unterhalten. Deshalb hab ich dann mit 16 wieder angefangen und jeden Tag 1,5 Stunden geübt.

Schüler:
Wann hast du das erste Lied geschrieben?
Joe:
Das hab ich glaube ich mit 16 oder 17 gemacht. Meine Freunde waren hervorragende Musiker - technisch perfekt. Die konnten die schwersten Sachen von den Oberkrainern spielen, da bin ich nie hin gekommen. Deshalb hab ich mir gedacht, dass ich etwas besonderes machen muss, um meine schlechtere Fingerfertigkeit gegenüber den anderen aus zu gleichen.

Schüler:
Was war denn dein erstes erfolgreiches Lied?
Joe:
Es heißt "Die Warze, die wieschte, die Schwarze!" Eine Musikgruppe (Breiteberg-Büebe) hat mich gefragt, ob sie mein Lied auf eine Platte aufnehmen dürfen. Sie haben das Lied eingesungen - es war ein unheimlicher Erfolg. Da hab ich das erste Mal gemerkt, dass meine Lieder nicht nur am Stammtisch gut ankommen, sondern auch bei der breiten Masse.

Schüler:
Wann hast du denn angefangen mit dem Kabarett?
Joe:
1995 stieß ich zu einer Theatergruppe. Die Theaterspieler spielten lauter kurze Sketche. Während sie sich umzogen, hab ich immer eins von meinen Liedern gespielt. Das fanden die Leute manchmal lustiger als die Sketche. Deshalb hab ich 1998 dann mit einem Soloprogramm angefangen. Seit 1999 bin ich nur noch solo unterwegs.

Schüler:
Wie viele Auftritte im Jahr hast du?
Joe:
Etwa 80. Da sind aber die Kindergartenauftritte dabei. So 45-50 Kabarettauftritte zwischen September und Mai und im Sommer so zwischen 30 und 35 Kinderprogramme.

Schüler:
Wann hast du angefangen Kinderlieder zu schreiben?
Joe:
Das war so Anfang der 90er Jahre. Ich war Schilehrer und musste die Kindergartenkinder beim Busfahren immer unterhalten. Dann hab ich denen bekannte Kinderlieder vorgesungen und bekannte Märchen erzählt. Bald hab ich den Kindern meine eigenen Kinderlieder vorgesungen. Das hat den Kindern unheimlich gefallen.

Schüler:
Wie kommst du auf die Ideen zu den Liedern?
Joe:
Immer wenn ich mich dumm anstelle oder wenn ich mich in einer blöden Lebenssituation wiederfinde, wo ich über mich selber lachen muss, dann schreib ich das auf. Ich beobachte dann meine Mitmenschen, ob es denen auch so geht und dann fange ich an, alles zusammen zu schreiben.

Schüler:
Wie lange dauert es, ein Lied zu schreiben?
Joe:
Ich schreibe immer sehr lange an den Liedern. Mehrere Monate manchmal über ein halbes Jahr. Ich schreibe auch manchmal an mehreren Liedern gleichzeitig. Wenn ich eine Idee für ein Lied habe, dann spiele ich es in den Computer, der Text wird unter der Rubrik "neue Lieder" abgespeichert. Wenn ich bei einem Lied ins Stocken komm, dann leg ich es weg. Irgend wann, hab ich wieder Lust an dem Lied weiter zu machen. Meistens weiß ich dann nicht mehr so genau, wie ich damals die Melodie gespielt habe und wie der Text genau ging Jetzt hol ich aber die Melodie nicht aus dem Computer und den Text von meiner Datei "Neue Lieder", sondern fang wieder von vorne an. Ich spiele das Lied wieder ein und singe den Text, der mir dazu einfällt. So kann es passieren, dass ich nach einem halben Jahr, 3-4 verschiedene Melodien und auch ganz verschiedene Texte zu einem Thema habe. Ich hör mir dann meine Entwürfe alle an und die Melodie und der Text, bei dem ich glaube, dass sie am besten beim Publikum ankommen, wird dann genommen.

Schüler:
Welches ist dein Lieblingslied?
Joe:
Ich hab eigentlich gar kein Lied, dass ich am liebsten mag. Meist sind es die Lieder, die ich gerade neu gemacht habe. Wenn ich aber ein Stück wählen müsste, wäre es das Zehennagel-Schneider-Lied. Warum? Weil es unheimlich schöne Harmonien hat, die auch nicht jeder Musiker spielt. Ich spiele aber auch genau so gern die Stücke wie der Bolle Käs oder das Hosenknopf-Lied und das Lied von der Geiß auf der Wasserader. Die Stücke, wo ich mit zwei Flöten gleichzeitig spiele oder auf der Schublade trommle mag ich auch gern - es ist die Abwechslung, die so viel Spaß macht.

Schüler:
Wie viele Instrumente beherrscht du?
Joe:
Du musst die Frage anders stellen: Wie viele Instrumente spielst du? Eigentlich beherrsche ich kein Instrument richtig. Es gibt Musiker, die beherrschen ihr Instrument, ich spiele es nur. Beim Singen würde ich sagen, das beherrsche ich einigermaßen. Also - wenn ich jetzt mal die Instrumente zähle, die bei mir zu Hause rum liegen und wo Ich das menschliche Ohr nicht foltere, wenn ich drauf drück, rein blase, dran rum zupfe oder drauf schlage, dann sind das Akkordeon, Gitarre, Flöte, Mundharmonika, Klavier, Klarinette, Saxophon und ein Cajon (das ist so eine Art Trommel auf die man drauf sitzt). Klarinette und Saxophon hab ich aber schon so lange nicht mehr gespielt, da käme wahrscheinlich der "Seifer" aus den Mundwinkeln raus, weil ich keinen Ansatz mehr habe.

Schüler:
Wie viele CDs hast du schon gemacht?
Joe:
Alles zusammen 3 Kabarett-CDs , 4 Kinder-CDs und zwei Hörproben-CDs. Dazu kommen noch 3 Kinderbücher. Manchmal mache ich für jemand anders eine CD. So habe ich auch schon eine Kinder-CD für das Maskottchen vom Kleinwalstertal gemacht. Außerdem beliefern wir Schischulen im Kinderbereich. In Fischen steht z.B. so ein großer Schneemann, der ZIMI, den mache ich mit meiner Frau zusammen und alles was sonst noch dazu gehört. Plüschfiguren, Bücher, CDs, Kostüme, Buttons, Mützen, Pullis, T-Shirts etc. Auch in Steibis und Buchenberg/Eschach gibt es diese Kinderschischulen mit denen wir zusammen arbeiten.

Schüler:
Hast du auch mal in einer Gruppe gespielt, bevor du Kabarettist wurdest?
Joe:
Wir hatten früher so eine Stammtischmusik (Akkordeon, Gitarre, Tuba, Trompete), haben aber immer nur in den Wirtshäusern gespielt, nie öffentlich bzw. mit einer Anlage. Ich war auch bei zwei Blaskapellen (Hindelang und Unterjoch). Wenn ich heute so zurück denke, war das eine unheimlich schöne Zeit.

Schüler:
Warst du schon als Schüler ein "Kasper"?
Joe:
Ja - natürlich! Ich glaube, so etwas kann man auch nicht lernen. So was hat man oder man hat es nicht.
Ich habe schon sehr früh gemerkt, dass ich nicht nur die Zuhörer in einer Wirtshausstube gut unterhalten kann, sondern auch einen ganzen Saal.

Schüler:
Hast du auch einen normalen Beruf gelernt?
Joe:
Bei der Frage muss ich immer lachen! Ja - ich habe zwei Ausbildungen gemacht: Ich habe eine Ausbildung als Beamter hinter mir. Das waren die schlimmsten 4 Jahre meines Lebens (ich wollte eigentlich schon nach 3 Monaten wieder kündigen, aber mein Vater sagte: So lange du deine Füße unter meine Tisch streckst, bleibst du Beamter) Nach 4 Jahren ist es mir so auf den Sack gegangen, dass ich gekündigt hab und noch mal zur Schule bin und das Abitur nachgemacht habe. Nach dem Fachabitur hab ich noch eine Schlosserlehre gemacht. Zu meiner Beamtenlaufbahn muss ich sagen, es war die Zeit, wo ich viel getextet hab und Melodien zusammengebastelt hab (während der Arbeitszeit, weil es so langweilig war). So haben die 4 Jahre auch was Gutes gehabt. über die Handwerkslehre bin ich heute sehr froh. Ich bin nicht gerade ein talentierter Handwerker, aber heute weiß ich mir wenigstens ein bisschen zu Helfen, wenn irgend was am Auto oder am Haus nicht funktioniert. Weil ich so viel auf Reisen war, hab nicht immer Arbeit in meinem Beruf gefunden. So hab ich auch mal eine Weile als Parkett-Bodenleger gearbeitet oder als Spengler. In Amerika hab ich als Schilehrer so wenig verdient, dass ich abends in einem Hotel arbeiten musste. Da hab ich ein paar Monate als Zimmermädchen gearbeitet. Musste Klos und Badewannen putzen, Betten beziehen und Staubsaugen, ha, ha! Und bei jedem Zimmer das ich sauber gemacht habe, ist so eine Vorarbeiter-Tussi gekommen und hat geschaut, ob auch alles blitzeblank ist. Da ist mir aber kein Zacken aus der Krone gefallen - das hat mir nicht geschadet.

Schüler:
Ist es schwer, mit Kabarett Geld zu verdienen?
Joe:
Sehr schwer! Ich hätte nie gedacht, dass ich als Musiker irgend wann mal 80 Stunden in der Woche arbeiten muss. Ich habe als 18-jähriger den Fredl Fesl und den Gerhard Polt und die Biermösl-Blosn gesehen. Auch den Emil Steinberger aus der Schweiz. Ich konnte mit niemandem darüber reden - aber ich wusste: Das will ich auch mal machen! Die Leute hätten mich vor 30 Jahren ja ausgelacht, wenn ich erzählt hätte, ich will Kabarettist werden. Deshalb hab ich halt ein normalen Berufen gearbeitet und geübt und geübt, bis ich so gut war, dass ich gesagt hab, jetzt pack ich´s! Und - ich habe es bis heute nicht bereut! Es hat noch nicht eine Veranstaltung gegeben, bei der ich gesagt hätte: Hmmm - heute hab ich keine Lust. Auch wenn ich fast 40 °C Fieber hatte, einen schlimmen Husten oder so Halsweh hatte, dass ich fast keinen Ton mehr raus brachte.

Schüler:
Hattest du schon mal so einen richtigen Flop, eine schlechten Abend oder eine Veranstaltung zu der keine Leute kamen?
Joe:
Ich war bestimmt das ein oder andere Mal nicht in Bestform, weil ich krank war, aber so einen richtigen Absturz hatte ich noch nie. Bei den Zuschauern ist das schon anders. Einer meiner ersten Abende war im Unterallgäu. Der Wirt hat mir versichert, dass ohne Werbung mindestens 100 Zuschauer kommen würden. Ich habe aber trotzdem überall Werbung gemacht. Wir haben im Kreisboten, im Extra, in der Memminger Zeitung, in der Mindelheimer Zeitung, beim Radiosender Prima 1 und im Radio Ostallgäu Karten verlost und so für die Veranstaltung geworben. An diesem Abend kamen 15 Zuschauer und 14 davon hatten eine Eintrittskarte. Es war trotzdem eine recht lustige Veranstaltung. Von der Veranstaltung bin ich aber heim gekommen und hab gesagt: Entweder ich mache es gescheit oder ich lasse es bleiben. Es hat seit dem nie wieder eine Veranstaltung gegeben, bei der der Saal nur halb voll war. Im Gegenteil, seither habe ich bei meinen Veranstaltungen immer voll. Vielleicht war es ein gutes Omen!

Schüler:
Wie merkt man, ob man Talent hat, Leute zu unterhalten?
Joe:
So etwas spürt man! Viele Leute denken aber, wenn sie Alkohol trinken und dann ein bisschen lustig sind, sie wären der geborene Entertainer. Es gibt ein ganz einfaches Mittel, um fest zu stellen, ob man die Leute in jeder Situation gut unterhalten kann. Wenn du mal krank im Bett liegst, knapp 40°C Fieber, Gliederschmerzen und Halsweh, dass du gar nicht mehr Schlucken kannst, dann stehst du vor den Spiegel und fragst dich: Könnte ich in diesem Zustand 300 Leute unterhalten. Wenn du die Frage mit einem klaren "JA" beantworten kannst, dann hast du es drauf. Das ist nämlich die Realität. Wenn man körperlich gesund ist und überhaupt gut drauf, kann fast jeder Leute gut unterhalten. Krank aus dem Bett aufstehen und dann die Leute trotzdem noch gut unterhalten können, das macht einen guten Entertainer aus.

Schüler:
Welche Musik hörst du am liebsten?
Joe:
Ich höre jede Art von Musik gern, solange sie fetzig ist und harmonisch. D.h. bei den Charts höre ich gern so Sängerinnen wie Pink, Madonna, Amy Winehouse oder Sportfreunde Stiller oder Fanta 4. Rapper wie Bushido oder Eminem mag ich gar nicht. 50 Cent geht noch. Das war aber früher schon so. Ich war nie ein Rolling Stones Fan, mochte aber die Beatles gern. Liedermacher wie Wolfgang Ambros, Cat Stevens, Don Mc Lean oder Joan Baez hörte ich rauf und runter, bis die Platte kratzte. Es gibt da ein Erlebnis, dass mein Interesse an Musik geweckt hat. Wir waren in der 5. Klasse Gymnasium im Schilager. Dort gab es einen Disco-Raum mit einer Musikbox, in die man Geld schmeißen musste und sich einen Musiktitel wünschen konnte. Damals sang Elton John gerade seinen Hit "Crocodile Rock". Ich war so fasziniert von dieser tollen Klaviermusik und dem tollen Sound, dass ich mein ganzes Taschengeld, dass ich für die Woche für Süßigkeiten mitbekommen hab, in die Musikbox investiert hab. Bis dahin kannte ich von meinen Eltern ja nur Heino, Mireille Mathieu, Heinte und Heinz Schenk. Ein eigener Kassettenrecorder oder ein Radio wäre damals auch undenkbar gewesen. Nach dem Schilager gab es dann schon Diskussionen mit meinen Eltern, weil wir plötzlich einen verschiedenen Musikgeschmack hatten. Das ist jetzt mehr als 35 Jahre her und Elton John begeistert mich bis heute mit seiner Musik. Mal sehen ob euch Nelly Furtado, Christina Aguilera, Justin Timberlake, Eminem, 50 Cent, Timbaland oder Jay-Z in 35 Jahren auch noch begeistern. Das spektakulärste Lied, das mir in Erinnerung geblieben ist, war aber "We are the Champions" von Queen. Ich habe 1980 bei der Olympiade in Lake Placid das Eishockeyspiel USA-UDSSR gesehen, als die Amerikaner das erste Mal gegen die Russen gewonnen haben. Am Ende zeigte man im Fernsehen in Zeitlupe noch mal die schönsten Spielszenen und als Hintergrundmusik lief "We are the Champion" Von dem Tag an war ich Oueen Fan. Als ich später Bohemian Rhapsody hörte und den tollen Gesang und wie sich die Musik in dem Stück steigert, konnte ich es nicht glauben, dass man mit 4 Musikern so eine starke Musik machen kann. Brian Adams höre ich auch sehr gern, eben weil er mit 3 Mann so eine Musik macht. Auch ABBA und The Eagles habe ich wegen dem tollen harmonischen Gesang immer wieder gehört. Bei klassischer Musik mag ich Strauß, Verdi, Mozart, Beethoven oder Puccini. Tschaikowski eher weniger. Slavsko Avsenik und die Original Oberkrainer habe ich verehrt auch Schweizer Jodler höre ich gern. Echte Volksmusik oder Blasmusik finde ich spitze! Deutsche Schlager und Volkstümliche Musik sind mir so fremd, da kann ich gar kein Urteil abgeben, weil wenn ich so was im Fernsehen sehe, zappe ich sofort weiter.

Schüler:
Hast oder hattest du Vorbilder?
Joe:
Ja, natürlich hab ich Vorbilder! Als Liedermacher hat mich der österreicher Wolfgang Ambros (Schifoan, Es lebe der Zentralfriedhof, Zwickt´s mi) sehr beeinflusst. Die Langspielplatte mit den Coca-Cola Deckel drauf hab ich heute noch. Als Kabarettisten waren es Gerhard Polt und der Schweizer Emil Steinberger. Von seiner ganzen Art auf der Bühne hat mich der Fredl Fesl als junger Mensch unheimlich geprägt. Als Schauspieler waren es Loriot und Dieter Krebs. Von den Biermösl Blosn hat mich die musikalische Vielseitigkeit am meisten beeindruckt.

Schüler:
Welche Fernsehsendungen schaust du dir an?
Joe:
Ich schau gern Sport- und Quizsendungen. Die Quizsendungen schaue ich zusammen mit meiner Tochter. Sie muss raten und wenn sie nicht weiter weiß, nimmt sie mich als Joker.

Schüler:
Hast du Lampenfieber vor einem Auftritt?
Joe:
Nein - im Gegenteil. Es geht vor meinen Auftritten oft sehr hektisch zu. Jeder will irgend was von mir, dass ich mir manchmal denke: Vielleicht muss das so sein, dass ich bis 5 Minuten vor der Veranstaltung am Organisieren bin oder am Aufräumen. Da kommt man dann gar nicht zum Nachdenken und für Lampenfieber ist gar keine Zeit.

Schüler:
Was ist das schönste an deinen Auftritten?
Joe:
Am schönsten ist es wenn ich vor einem vollen Saal stehe und spiele nur noch die Melodie von einem meiner Lieder und das Publikum im Saal singt. Beim Auftritt bin ich aber immer so konzentriert, dass ich es gar nicht so mitbekomme, wie stark die Leute lachen oder mitsingen. Erst wenn ich daheim in meinem Musikzimmer sitze und in aller Ruhe die Liveaufnahmen der Veranstaltungen anhöre, dann überkommt mich ein tolles Gefühl. Da denke ich oft - ist das nicht toll, wie die Leute über deinen Blödsinn lachen und wie die bei den Liedern mitsingen. Ich kann das manchmal gar nicht glauben!

Schüler:
Wo würdest du am liebsten wohnen, wenn du dir das raus suchen könntest?
Joe:
Mit 19 Jahren wollte ich ja für ein paar Jahre nach Canada. Ich hab dann aber gesagt, bevor ich da für ein paar Jahre rüber geh, reise ich erst mal ein paar Monate durch das Land. Ich hab dann schnell gemerkt, dass die Lebensqualität im Allgäu sehr hoch ist. Später habe ich in den USA auch mal ein Jahr gearbeitet. Da sieht dann plötzlich alles ganz anders aus. Wenn man von der Arbeit kommt, sind mit einem Mal kleinere Dinge ganz wichtig. Ein gutes Brot, ein guter Käse, ein gutes Bier, mal gemütlich zusammensitzen in einer Kneippe. Das haben auch so tolle Freizeitaktivitäten wie Tiefschneefahren, Reiten, Surfen, Wasserschifahren etc. nicht ausgleichen können. Ich komme gerade durch meine Kindergartenauftritte viel rum im Alpenraum, auch in österreich und gelegentlich in der Schweiz. Da merke ich - das Allgäu ist ein toller Platz zum Wohnen. Man lebt direkt in der Natur, hat Berge, Seen, ist schnell in einer Großstadt wie München, es ist nicht weit nach österreich, Italien, Frankreich, Tschechien oder in die Schweiz und die Allgäuer sind im Vergleich zu anderen Regionen von Bayern ein sehr aufgeschlossenes Völkchen, das immer nach neuen Herausforderungen sucht.

Schüler:
An welchen Platz bist du am liebsten?
Joe:
Auf der Gerhalde, das ist ein Hügel oberhalb von unserem Haus. Da geh ich unheimlich gern spazieren, manchmal schon in der Früh um 5 und bei Vollmond bis nachts um 12. Da schaut mich manchmal das Jungvieh an von der Weide oder ein paar Vögel sitzen auf dem Zaun oder ich seh ein Eichhörnchen und dann die Aussicht, ganz egal ob Sonnenaufgang oder Sonnenuntergang - das ist echt stark!

Schüler:
Was wünschst du dir für die Zukunft?
Joe:
Eigentlich würde ich ganz gern irgend wann mal einen Kinderfilm machen. Entweder Zeichentrick oder Computeranimiert. Ich schaue für mein Leben gern mit unserem Tommi so Serien wie "Bob der Baumeister", "Au Schwarte" oder "Der kleine rote Traktor". Es gibt für mich keine schöneren Zeichentrickfilme wie "Der kleine Maulwurf". Das fasziniert mich unheimlich. In ein paar Jahren, wenn die Kinder mal größer sind und ich wieder mehr Zeit habe, dann werde ich mich mal da ran wagen. Wenn mir jemand vor 5 Jahren gesagt hätte, dass ich heute meine CD-Aufnahmen selber mache, dann hätte ich ihn für verrückt erklärt. Die Computertechnik macht es möglich. Mal schauen, was mir in den nächsten Jahren noch einfällt.