Kurze Biografie

Eine Warze war ausschlaggebend für seinen derzeitigen Erfolg. Vor knapp 20 Jahren schrieb er ein Lied mit den Titel "Die Warze", das auf einer LP erschien und bei den Leuten ein unglaublicher Ohrwurm wurde. Warum hat es dann mehr als 15 Jahre gedauert, bis sich der Erfolg als Kabarettist eingestellt hat?
Da gab es mehrere Gründe.
Zum einen haben die Leute vor 20 Jahren noch mehr Dialekt gesprochen und deshalb war er nicht so interessant, wie heute. Zum anderen war es das Alter! Ich wollte kein Allgäuer Liedermacher sein, ich wollte Kabarett machen, aber wer nimmt einen 18-jährigen "Hafenrändler" (das ist einer, der den Randabdruck seines Nachttopfes noch am "Fidle" hat), als Kabarettist schon für voll.

Und jetzt habe das Glück, dass ich genau zu dem Zeitpunkt, da in den Medien diskutiert wird, ob man den Dialekt sprechenden Menschen nicht unter Artenschutz stellen sollte, dem Allgäuer den Dialekt durch meinen "Blödsinn" näher bringen kann. Ich bekomme viele "i-Mehls" von Eltern, die mir schreiben, dass in der Familie wieder mehr Dialekt gesprochen wird, weil die Kinder Fans von meiner Musik sind. Außerdem wünscht sich das Allgäuer Publikum auch jemand, der sie in einer einfachen direkten Sprache, eben Allgäuerisch, unterhält, wo sie doch den ganzen Tag mit Hochdeutsch zugedröhnt werden, einer Sprache, die die Eigenart besitzt, alles zu verkomplizieren.
Nur den folgenden Satz als Beispiel:
Wenn ich Sie nach Ihrer Meinung fragen würde, wären Sie bestimmt der selben Ansicht?!
Diese Frage heißt im Allgäuerischen schlicht und einfach: Gell schu?!
Immer wenn ich mir NIDIS (nicht Dialektlern) zusammen treffe, dann ist es für mich eine Genugtuung, wenn ich weiß:
Ich verstehe dich wenn du mit mir sprichst, aber ich kann eine Sprache die du nicht verstehst!

Mein Job als Schilehrer in einer großen Schischule in Colorado brachte mir auch meinen Künstlernamen ein. Alle Schilehrer wurden natürlich wie in Amerika üblich mit dem Vornamen angesprochen. So hatte auch ich ein Plastikschild auf meinem Anorak mit meinem Vornamen. Weil den Amerikanern mein Geburtsort Hindelang nichts sagte, wurde auf das Schild als Wohnort Bavaria, Germany graviert. Für meine amerikanischen Schischul-Kollegen war mein Nachname Haberstock unaussprechlich, deshalb bekam ich den Spitznamen "Broadway-Joe".

Über die Weihnachtsferien wurde ich für den Schibus eingeteilt. Eigentlich nur als Aufsicht für die Schikurs-Anfänger, die per Bus vom Sammelplatz in das Anfängergebiet gebracht werden mussten. Diese träge Atmosphäre während der Fahrt war aber nicht so mein Ding und eigentlich eher untypisch für die Amerikaner.
Es schien als wären diese Schikursteilnehmer unterwegs zu einer Beerdigung. Jeder stierte nur geistesabwesend vor sich hin.

So durfte doch ein Schitrip nicht beginnen, der eigentlich das Highlight des Jahres für die amerikanischen Gäste werden sollte, die sowieso nur 14 Tage Urlaub im Jahr haben. Weil auch der Busfahrer ein lustiger Typ war, änderten wir das. Als mich einmal einer der Schischulleiter mit dem Schibus begleitete, traute er seinen Augen nicht.
Da animierte dieser Joe aus Bavaria 50 Amerikaner zum Mitsingen, Klatschen, ja - sogar zum Jodeln in dem Schibus auf dem Weg ins Anfänger-Schigebiet. In dem Bus war die Hölle los.
Auch wenn sie oft den Kopf schüttelten, über meine verrückten Einfälle, ich glaube die Zeit als Schilehrer in Durango, bleibt nicht nur mir, sondern auch auch den einheimischen Schilehrern dort in guter Erinnerung.
Sonst hätten sie nicht ein paar Jahre später, als in Purgatory, meinem damaligen Schigebiet in der Nähe von Durango, ein neuer Sessellift gebaut wurde, eine Abfahrt "Crazy-Joe´s" genannt.

Zurück im Allgäu, wandte ich diese Art von Schibus-Unterhaltung an, als ich die Kindergarten-Kinder zum Schikurs nach Oberjoch begleitete. Denen wurde vom vielen Kurvenfahren immer speiübel.
Nach der Devise "Feiern statt Reihern", hab ich angefangen Märchen zu erzählen und mit den Kindern Lieder gesungen".
Mit der Zeit tauschte ich bekannte Märchen und Kinderlieder durch meine eigenen Märchen und Lieder aus und testete so, wie meine eigenen Ideen bei dem kleinen Publikum ankamen.

 

Das daraus einmal ein zweites Standbein werden würde, hätte ich nicht gedacht. Heute tingle ich über das ganze Jahr in Kindergärten zwischen Tirol und Bodensee und mache dort ein Kinderprogramm. Das schöne ist, dass man seine eigenen Kinder mit in die Arbeit einbeziehen kann. So singt unsere große Tochter mit ihren Freundinnen bei der Schokodil-CD und der Schipiraten-CD mit.

Aus den Märchen und Liedern sind weitere erfolgreiche Projekte entstanden.
So werden inzwischen Schischulen im Kinderbereich von meiner Frau und mir ausgestattet oder Regionen kommen auf mich zu, ob ich Lieder für deren Maskottchen schreibe.